Kaufland Global Marketplace: ein Leitfaden für Händler

Verkaufen auf Kaufland Global Marketplace: Leitfaden für Händler zu Onboarding, 9 Märkten und Kosten.

Autor: Borys Terlecki · Marketplace-Vertrieb und Implementierungen bei Commercraft · aktualisiert: September 2026

Kurz gefasst

Mit einer Registrierung auf dem Kaufland Global Marketplace verkaufen Sie auf neun aktiven Märkten: Deutschland, Österreich, Tschechien, Slowakei, Polen, Frankreich, Italien, die Niederlande (seit September 2026) und Spanien (seit Oktober 2026).

Der Basic-Tarif kostet 39,95 € im Monat zzgl. MwSt. Die Provision richtet sich nach der Kategorie und wird auf den Bruttopreis inklusive Versand berechnet: 4-12 % auf Kaufland.pl und 7-16 % auf den westlichen Märkten.

Fulfillment by Kaufland endete am 28. Februar 2025. Sie versenden also selbst oder über einen 3PL. Verzögerungen beim Start entstehen meist durch LUCID und die übrigen Registrierungen, kaum durch die Plattform.

Mit einer Registrierung auf dem Kaufland Global Marketplace erreichen Sie neun aktive europäische Märkte, mit Deutschland als Kernmarkt. Für viele Marken ist das der günstigste Weg in den deutschen Onlinehandel und darüber hinaus. Hinter der Plattform steht die Schwarz Gruppe, zu der die Ketten Kaufland und Lidl gehören. Der Marktplatz selbst ist aus dem übernommenen und umgebauten real.de entstanden. Wer Haus und Garten, Möbel oder Haushaltsgeräte verkauft, erfährt in diesem Leitfaden, warum sich die Plattform lohnt und wie der Start gelingt.

Was der Kaufland Global Marketplace tatsächlich ist

Das stärkste Argument sehen Sie sofort: Mit einer einzigen Registrierung verkaufen Sie heute auf neun aktiven Marktplätzen:

  • Deutschland, Österreich,
  • Tschechien, Slowakei, Polen,
  • Frankreich, Italien,
  • Niederlande (kaufland.nl ist seit September 2026 live),
  • Spanien (kaufland.es ist seit Oktober 2026 live).

Quellen, die von fünf, sieben oder acht Märkten sprechen, sind veraltet.

Die Größe zeigt sich auch in anderen Zahlen. Rund 15.000 Händler arbeiten auf der Plattform, Kaufland selbst nennt eine Reichweite von 220 Millionen potenziellen Kunden, und der Katalog umfasst mehr als 6.400 Kategorien. All das erreichen Sie über ein Konto.

Quellen: Registrierungsseiten des Kaufland Global Marketplace, abgerufen am 10. Oktober 2026, Ankündigung von Kaufland zum Start in den Niederlanden (RetailDetail, 11. Juni 2026), Start von kaufland.es (Alimarket, 6. Oktober 2026).

Was Kaufland kostet und warum die Zahlen für Sie sprechen

Kaufland arbeitet mit einem Abomodell. Der Basic-Tarif kostet 39,95 € im Monat zzgl. MwSt. (offiziell auch 175 PLN), der Plus-Tarif 59,95 € (260 PLN) und bietet zusätzlich die Verknüpfung mit Ihrem eigenen Shop. Beide Tarife enthalten dasselbe monatliche Guthaben von 30 € für Sponsored Product Ads. Eine Grundgebühr deckt alle neun Märkte ab und entfällt in den ersten 30 Tagen. Verkaufsprovisionen fallen ab dem ersten Tag an. Kaufland ist also kein reines Provisionsmodell: Nach der Testphase zahlen Sie die Grundgebühr immer. Rechnen Sie deshalb mit Ihrem realen Monatsvolumen.

Spannend wird es bei der Provision. Sie richtet sich nach der Kategorie und wird auf den Bruttopreis plus Versandkosten berechnet, das gehört von Anfang an in Ihre Margenrechnung. Auf den westlichen Märkten liegt sie zwischen 7 % und 16 %. Kaufland.pl hat ein eigenes, deutlich niedrigeres Raster: 4-12 %, in den meisten Kategorien 4-10 %. Beispielsätze auf dem polnischen Marktplatz:

  • Computer und Elektronik: 4 %,
  • Werkzeuge: 7 %,
  • Möbel und Wohnen: 10 %,
  • Schmuck: 12 %,
  • sonstige Kategorien: 10 % (bei Medien kommen 0,70 € / 3 PLN pro Artikel hinzu).

Das Einstellen von Angeboten ist kostenlos, Provision zahlen Sie nur auf tatsächliche Verkäufe. Alle Positionen im Detail: Kaufland-Gebühren im Überblick. Im Vergleich zu Amazon.de sind die Kosten für den Kanal damit niedriger, und das ist einer der Hauptgründe, sich Kaufland überhaupt anzusehen.

Ein Posten wird leicht übersehen. Nutzen Sie den EPR-Service von Kaufland, kostet er 1,90 € im Monat pro Produktkategorie, in der Sie verkaufen. Die gesamte Kalkulation rechnen Sie mit Ihren eigenen Zahlen im ROI-Rechner durch.

Quelle: Konditionen des Kaufland Global Marketplace (Abos, Provisionsraster, Mediengebühren, EPR-Service), abgerufen am 18. September 2026.

Der Einstieg bei Kaufland: Schritt für Schritt

Das Onboarding ist klar geregelt und besteht aus wenigen Schritten:

1

Verkäuferkonto

Legen Sie ein Verkäuferkonto an und geben Sie eine OSS-Nummer (One Stop Shop) oder eine nationale USt-IdNr. für den jeweiligen Kanal an.

2

KYC-Prüfung

Durchlaufen Sie die KYC-Prüfung: eine Video-Identifizierung über IDnow und eine Erklärung zu wirtschaftlich Berechtigten mit mehr als 25 %.

3

Retourenadresse

Hinterlegen Sie eine Retourenadresse. Sie muss innerhalb der EU liegen.

4

Registrierungen

Erledigen Sie die Verpackungs- und Umweltregistrierungen, die der jeweilige Markt verlangt: LUCID in Deutschland, das BDO-Portal in Polen, die EPR-Register in Frankreich. Die übrigen Märkte fordern sie derzeit nicht.

5

Angebote

Stellen Sie Angebote ein, über die Seller API, eine CSV/XML-Datei, manuell im Seller Portal oder über einen von mehr als hundert angebundenen Softwarepartnern.

Das klingt nach vielen Abkürzungen, lässt sich in der Praxis aber in Ruhe erledigen. Von uns erfahren Sie, was Sie in welcher Reihenfolge vorbereiten, von der OSS-Nummer bis zur Verpackungsmeldung, damit Formalitäten den Start nicht aufhalten. Die am stärksten regulierten Teile übernehmen bewährte Partner auf unserer Seite.

Was Kaufland prüft, bevor Sie verkaufen dürfen

Die Registrierung ist das eine, die Verifizierung das andere. Kaufland identifiziert die Personen hinter dem Unternehmen per IDnow-Videoanruf und fragt nach wirtschaftlich Berechtigten mit mehr als 25 %. Außerdem brauchen Sie eine USt-IdNr. oder eine OSS-Registrierung und eine Retourenadresse in der EU.

Den Kundenservice führen Sie in der Sprache des jeweiligen Marktes, auf Kaufland.de also auf Deutsch. Die Plattform misst Ihre Antwortzeit an einem Zeitfenster von 48 Stunden. Verpackungs- und Umweltregistrierungen gelten nur dort, wo das Recht des Marktes sie verlangt, derzeit also in Deutschland (LUCID), Polen und Frankreich.

In der Praxis bremsen beim Start genau diese Registrierungen, die Plattform selbst kaum. Allein LUCID dauert 12 bis 14 Wochen, fangen Sie also dort an. Bei den Unterlagen beraten wir Sie und helfen beim Zusammenstellen, eine Kanzlei sind wir allerdings nicht.

Quellen: Anforderungen des Kaufland Global Marketplace an Händler (KYC, USt/OSS, Retourenadresse, Kundenservice), abgerufen am 18. September 2026; Zentrale Stelle Verpackungsregister zur Dauer der LUCID-Registrierung von 12 bis 14 Wochen.

Logistik und Versand: was sich geändert hat

Hier gibt es eine wichtige Änderung, die viele Leitfäden noch nicht abbilden. Der Service Fulfillment by Kaufland (FBK) wurde am 28. Februar 2025 eingestellt und ist nicht mehr verfügbar. An seiner Stelle bietet Kaufland Kaufland Shipment Solutions (KSS) an, ein Modell zum Weiterverkauf von Versandlabels (derzeit über GLS) mit Versand aus Deutschland nach Deutschland, Österreich, Polen, in die Slowakei und nach Tschechien. Wer von außerhalb dieser fünf Länder versendet, bleibt im Regelfall beim eigenen Versand und ist selbst für die Zustellung an den Endkunden verantwortlich. KSS lohnt sich vor allem, wenn Sie bereits ein Lager oder eigene Logistik in Deutschland haben. Wie der Korridor nach DACH bei Kosten und Laufzeiten funktioniert, lesen Sie unter grenzüberschreitende Logistik nach DACH.

Quelle: Dokumentation der Kaufland Seller API (Fulfillment by Kaufland endete am 28. Februar 2025) und Beschreibung von Kaufland Shipment Solutions, abgerufen am 18. September 2026.

Kaufland an Ihr ERP oder Ihren Integrator anbinden

Kaufland stellt eine Seller API bereit und akzeptiert CSV- und XML-Feeds. Der Katalog kann also direkt aus Ihrem ERP, Ihrem PIM oder einem Feed-Tool kommen. Die meisten Händler nutzen eine Integrationsschicht, statt selbst gegen die API zu entwickeln, und Kaufland listet mehr als hundert angebundene Softwarepartner.

Für Microsoft Dynamics 365 Business Central, SAP Business One oder ein vergleichbares ERP bietet Kaufland keinen eigenen Connector an. Der Kanal wird über Middleware oder einen Connector Ihres ERP-Partners angebunden. Der Aufwand steckt im Mapping, die Verbindung selbst ist der kleinere Teil.

In der Praxis entscheiden vier Punkte, ob die Integration trägt. Jedes Produkt braucht eine EAN oder GTIN. Die Kategorieattribute müssen zu dem passen, was Kaufland in der jeweiligen Kategorie verlangt. Bestände und Preise pflegen Sie pro Markt und nicht global. Bestell-, Versand- und Retourenstatus müssen zurückgeschrieben werden, weil Kaufland daraus Ihre Kontokennzahlen berechnet.

Ist das einmal sauber aufgesetzt, wird jeder weitere Kaufland-Markt zu einem Konfigurationsschritt und braucht kein neues Projekt.

Produktdaten: weniger Aufwand, als es scheint

Jedes Produkt braucht einen offiziellen EAN/GTIN-Code, denn darüber erfolgt die Zuordnung zum Katalog: Gibt es das Produkt bereits, hängen Sie Ihr Angebot daran an, sonst legen Sie eine neue Produktseite an. Daten und Kommunikation mit der Kundschaft müssen in der Sprache des jeweiligen Marktes sein. Hier nimmt Ihnen Kaufland viel ab und übersetzt Produktdaten, Kundenanfragen und Rechtstexte kostenlos und automatisch. Dazu kommen mehr als 6.400 Kategorien, Zahlungsabwicklung in der Landeswährung und First-Level-Support in der Sprache der Kundschaft, alles im Abopreis enthalten. Für eine Marke, die einen ausländischen Markt erschließt, spart das spürbar Zeit. Lassen Sie die maschinelle Übersetzung trotzdem ein zweites Mal von Menschen prüfen, bevor sie auf Ihre Produktseiten kommt. Die automatische Übersetzung ist ein Ausgangspunkt und noch keine fertige Beschreibung.

Quelle: Anforderungen an Produktdaten und Leistungsumfang der Abos des Kaufland Global Marketplace, abgerufen am 18. September 2026.

Warum gerade Kaufland für Händler

Zusammengefasst sind es drei starke Argumente:

  1. Niedrigere Provisionen. Auf Kaufland.pl sind 4-12 % deutlich weniger als auf Amazon.de, und bei knappen Margen zählt jeder Prozentpunkt.
  2. Neun Märkte mit einer einzigen Registrierung, einschließlich des Korridors zwischen Polen und DACH.
  3. Ein weniger überfüllter Katalog. Rund 15.000 Händler sind eine Größenordnung weniger als auf Allegro, dem größten Marktplatz Polens, oder auf Amazon.de. Eine neue Marke findet ihren Platz in den Ergebnissen also schneller. Werbung läuft als Zweitpreisauktion ab 0,01 € pro Klick, und das monatliche Guthaben von 30 € reicht, um eine Kategorie zu testen, bevor Sie ein Budget festlegen.

Wie Commercraft auf Kaufland hilft

Wir eröffnen das Konto, begleiten Sie durch die Verifizierung, bauen den Produktfeed auf und behalten die Registrierungen im Blick, die jeder Markt verlangt. Sind die Daten in gutem Zustand, veröffentlichen wir Dutzende und manchmal Hunderte Angebote am Tag. Vor Beginn der Zusammenarbeit sagen wir Ihnen, wie schnell Ihr Katalog live gehen kann.

Unser internationales Team spricht Deutsch, Französisch und Niederländisch, deshalb prüfen Menschen die maschinelle Übersetzung ein zweites Mal, bevor sie auf Ihre Produktseiten kommt. Nach dem Start betreuen wir das Konto im Tagesgeschäft: Preise, Qualitätskennzahlen, Sponsored Product Ads und Veränderungen in Ihrer Kategorie.

Was die Betreuung des Kanals umfasst, lesen Sie auf der Seite Kaufland. Wenn Sie zuerst die Zahlen sehen möchten, öffnen Sie den ROI-Rechner.

Berechnen Sie den möglichen ROI des Kanals selbst

Geben Sie Umsatz, Marge, Provision und Versandkosten ein. Der Rechner zeigt die Marge nach Provision, den Monat, in dem sich der Kanal trägt, und wie der Betrieb mit eigenem Team im Vergleich zu einem betreuten Service abschneidet. Beträge in Euro, ohne Anmeldung.

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Borys Terlecki

Über den Autor

Borys Terlecki – Marketplace-Vertrieb und Implementierungen bei Commercraft. Zuvor arbeitete er auf der Betreiberseite von Marktplatzplattformen (Mirakl, München), heute bringt er Marken auf Marktplätze in Polen und der DACH-Region und führt ihre Konten.

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