PIM, ERP, WMS: wie viele Systeme brauchen Sie wirklich für den Multichannel-Verkauf

PIM, ERP und WMS: wie viele Systeme Sie im Multichannel-Verkauf wirklich brauchen und wie Sie sie verbinden.

Autor: Borys Terlecki · Marketplace-Vertrieb und Implementierungen bei Commercraft · aktualisiert: September 2026

Kurz gefasst

PIM beantwortet, wie das Produkt aussieht, ERP, wie das Unternehmen läuft, und WMS, was im Lager passiert. Die drei Systeme bilden eine Kette und machen sich keine Konkurrenz.

An die Verkaufskanäle kommen sie über eine Integrationsplattform wie Base.com. In der Praxis scheitert es selten an der Software. Meist haben zwei Systeme die Hoheit über dasselbe Feld.

Starten Sie mit einer Integrationsplattform. Ein PIM kommt dazu, wenn Übersetzungen und Attribute für mehrere Märkte nicht mehr passen, ein ERP bei Rechnungen und Umsatzsteuer in mehreren Ländern, ein WMS, wenn Kommissionierer länger laufen als packen.

Wer gleichzeitig über einen Webshop und zwei Marktplätze verkauft, hört immer wieder dieselben drei Fragen. Wo liegt die aktuelle Produktbeschreibung? Wie viele Stück stehen wirklich im Regal? Warum weicht der Preis auf der einen Plattform vom Preis auf der anderen ab?

Drei Systeme beantworten diese Fragen: PIM, ERP und WMS. Diese Seite zeigt, wofür jedes zuständig ist, wo Webshop und Marktplatz-Konten andocken und welche Systeme Sie in Ihrer Phase tatsächlich brauchen.

PIM, ERP, WMS: drei Systeme, drei Aufgaben

Am leichtesten merken Sie es sich über die Frage, die jedes System beantwortet:

  • PIM (Product Information Management) beantwortet „Wie sieht mein Produkt aus?“: Beschreibungen, Attribute, Fotos, Übersetzungen, Daten für Produktseiten in allen Kanälen.
  • ERP (Enterprise Resource Planning) beantwortet „Wie arbeitet mein Unternehmen?“: Aufträge, Rechnungen, Finanzen, Einkauf, Bestand, alles in betriebswirtschaftlicher Sicht.
  • WMS (Warehouse Management System) beantwortet „Was passiert im Lager?“: Wareneingang, Lagerplätze, Kommissionierung, Versand, Inventur.

Die drei machen sich die Arbeit nicht streitig. Sie bilden eine Kette von der Produktinformation über die Abläufe im Unternehmen bis zum Paket, das das Lager verlässt. Ärger entsteht, wenn zwei Systeme dasselbe Feld führen und keines davon die maßgebliche Quelle ist.

PIM: eine zentrale Quelle für Produktdaten

Ein PIM ist eine zentrale Datenbank, in der Sie ein Produkt einmal beschreiben. Von dort fließen die Daten in alle Kanäle: den eigenen Shop, Allegro, Amazon und die Marktplätze im DACH-Raum. Statt eine Beschreibung an fünf Stellen zu korrigieren, ändern Sie sie an einer. Für Multichannel-Händler, vor allem mit Übersetzungen für mehrere Märkte, ist ein PIM die Grundlage einheitlicher Daten und spart sehr viel Zeit.

ERP: das operative Rückgrat des Unternehmens

Ein ERP verbindet die Geschäftsprozesse: vom Auftrag über Rechnung und Abrechnung bis zu Einkauf und Planung. Es hält die maßgeblichen Daten zu Finanzen und Warenfluss, aus Sicht von Buchhaltung und Betrieb. Je größer das Unternehmen und je mehr Kanäle, desto stärker wird das ERP zum Zentrum, an das sich die übrigen Systeme anschließen.

WMS: Ordnung bis auf Regalebene

Ein WMS steuert das physische Lager. Es weiß, wo ein Artikel liegt, führt Ihre Mitarbeiter durch die Kommissionierung, verfolgt den Bestand in Echtzeit und senkt die Fehlerquote beim Versand. Mit wachsenden Mengen entscheidet es darüber, ob Sie schnell und fehlerfrei versenden oder im Engpass stecken.

So docken PIM, ERP und WMS an den Marktplatz an

Für sich allein ändern die Systeme wenig. Entscheidend ist die Anbindung an die Verkaufskanäle, und die läuft meist über eine Integrationsplattform. In Polen ist das Base.com, vielen noch unter dem alten Namen Baselinker bekannt, im übrigen Europa etwa Channable oder plentymarkets.

Eine verbundene Kette funktioniert so. Das PIM speist die Produktseiten in jedem Kanal, Bestellungen von den Marktplätzen landen als Belege im ERP, das WMS kommissioniert und versendet sie und meldet den Bestand gleichzeitig an alle Kanäle zurück. Sie haben eine einzige Version der Daten, keine Überverkäufe und deutlich weniger Abtipparbeit.

Wo der Webshop hineinpasst

Ihr eigener Shop ist ein weiterer Kanal in dieser Kette und keine eigene Welt. Die Beschreibung für Allegro oder Amazon ist dieselbe, die Ihr Shop braucht. Der Bestand muss alle Kanäle erreichen, sonst verkaufen Sie das letzte Stück zweimal.

In einem integrierten Aufbau bezieht der Shop die Produktdaten aus dem PIM, schickt seine Bestellungen an dasselbe ERP wie die Marktplätze und liest den Bestand aus dem WMS. Die Integrationsplattform sitzt zwischen den Marktplätzen und dem Rest der Kette, denn Marktplatz-Schnittstellen ändern sich weit häufiger als Ihr ERP.

In der Praxis liegt der Fehler fast nie in der Software. Der Haken sind zwei Verantwortliche für ein Feld: ein Preis, der im Shop und im ERP gepflegt wird, oder ein Bestand in einer Tabelle neben dem WMS. Legen Sie Feld für Feld fest, welches System die maßgeblichen Daten hält, und halten Sie das schriftlich fest, bevor Sie etwas verbinden.

Welche Systeme Ihnen tatsächlich begegnen

Mit Namen lässt sich leichter vergleichen als mit Kategorien:

  • PIM: Akeneo, Pimcore, Plytix und Ergonode, ein polnisches Produkt, das mehr als 6,5 Millionen Produkte für über 200 Unternehmen verwaltet. Keiner dieser Anbieter veröffentlicht einen Standardpreis, rechnen Sie also mit einem Angebot.
  • ERP: SAP Business One in mittelgroßen Unternehmensgruppen. Auf dem polnischen Markt Comarch ERP Optima, Comarch ERP XL, enova365 und Subiekt, meist das System, mit dem Ihre Buchhaltung ohnehin arbeitet.
  • WMS: Linker Cloud, Mecalux und Prolog.
  • Integrationsplattform: Base.com, 2026 für 279 PLN (63,94 EUR) im Monat plus 0,99 PLN (0,23 EUR) pro Bestellung, mit einem kostenlosen Tarif bis 100 Bestellungen im Monat. Polnische Alternativen sind unter anderem Apilo, Sellasist und IdoSell.

Quellen: Anbieterseiten und Preislisten, abgerufen im September 2026; Kennzahlen zu Ergonode von ergonode.com; Preise von Base.com nach der Änderung 2026.

Welche Systeme Sie in Ihrer Phase brauchen

am Anfang trägt Sie eine Integrationsplattform mit Modulen für Produkte, Bestellungen und Bestand ziemlich weit, zu einem Bruchteil der übrigen Kosten,

sobald Übersetzungen und Attribute für mehrere Märkte nicht mehr in eine Tabelle passen, zahlt sich ein eigenes PIM aus,

sobald Rechnungen, Einkauf und Umsatzsteuer in mehreren Ländern die Buchhaltungssoftware sprengen, ein vollständiges ERP,

sobald Ihre Kommissionierer länger laufen als packen, ein WMS.

Den Ausschlag gibt ein Prozess, der nicht mehr passt. Die Zahl der Artikel allein entscheidet das selten. Wer alle vier auf einmal kauft, bezahlt am Ende ein PIM, das niemand befüllt.

Wie Commercraft hilft, die Systeme zu verbinden

Wir erfassen, was bei Ihnen bereits läuft, benennen für jedes wichtige Feld einen Verantwortlichen und binden die Kanäle daran an: zuerst die Marktplatz-Integrationen, dann die Produktdaten im PIM, danach die Verbindungen zu ERP und WMS. In den meisten Projekten fließt der erste Monat in die Daten und kaum in die Software.

Wenn Sie gerade den Integrator selbst auswählen, führt unser Leitfaden zur Einrichtung von Base.com Schritt für Schritt durch die Konfiguration. Lassen Sie uns Ihren aktuellen Aufbau prüfen, bevor Sie etwas Neues kaufen.

Umrechnung in EUR: NBP-Kurs vom 18.09.2026 (Tabelle 182/A/NBP/2026), 1 EUR = 4,3633 PLN.

Berechnen Sie den möglichen ROI eines Kanals selbst

Geben Sie Umsatz, Marge, Provision und Versandkosten ein. Der Rechner zeigt die Marge nach Provision, den Monat, in dem der Kanal die Gewinnschwelle erreicht, und wie sich der Betrieb mit eigenem Team gegenüber einem Managed Service schlägt. Zahlen in Euro, ohne Registrierung.

Zum ROI-Rechner
Borys Terlecki

Über den Autor

Borys Terlecki – Marketplace-Vertrieb und Implementierungen bei Commercraft. Zuvor arbeitete er auf der Betreiberseite von Marktplatzplattformen (Mirakl, München), heute bringt er Marken auf Marktplätze in Polen und der DACH-Region und führt ihre Konten.

Benötigen Sie Unterstützung bei der Umsetzung

Wir helfen Ihnen, dieses Wissen in die Praxis umzusetzen, von der Anbindung bis zu Kampagnen.